Anfangsunterricht Deutsch

Die Erstklässler kommen mit unterschiedlichen Kenntnissen in die Schule. In der Regel kennen die Kinder die Buchstaben ihres Namens. Die anderen Buchstaben sind ihnen mehr oder weniger unbekannt. Schon sehr schnell nach Schulbeginn bekommen die Kinder eine sogenannte Anlauttabelle an die Hand. Zu jedem Buchstaben gibt es ein einfaches Anlautbild, zum Beispiel zum A das Bild eines Affen, zum B das Bild eines Bärs, zum L das Bild eines Lollis. Wir sprechen mit den Kindern die Namen der Bilder und deren Anlaut. Affe hat den Anlaut A, Bär den Anlaut B, usw. Ganz wichtig ist hierbei, dass die Kinder die Laute lernen und nicht die alphabetischen Bezeichnungen. Um die Kinder beim Lesen nicht zu verwirren, lautieren wir. Wir sagen zum „B“ nicht „Be“, sondern „B“, zum „L“ nicht „El, sondern „L“.
Die Anlauttabelle wird spielerisch und musikalisch –in Form eines Raps- immer wieder im Unterricht wiederholt und prägt sich den Kindern bald ein.

Mit Hilfe dieser Anlauttabelle versuchen die Kinder, eigene kleine Texte zu schreiben. Wollen sie beispielsweise das Wort Ball schreiben, sprechen sie das Wort und achten auf die Laute, die sie nacheinander hören, im Fall von Ball „B“, „A“ und „L“. Sie orientieren sich an den Anlautbildern Bär, Affe und Lolli und schreiben deren Anlaute zusammengefügt als „Bal“.
In diesem Stadium schreiben die Kinder  lautgetreu, da sie noch keine Rechtschreibregeln kennen. Hierbei legen wir auch großen Wert auf die formgetreue und saubere Ausführung der einzelnen Druckbuchstaben. Im 2. Halbjahr der ersten Klasse werden in der Regel die Schreibschriftbuchstaben eingeführt.

Ziel des Anfangsunterrichts in Deutsch ist das Schreiben und Lesen lernen. Aber auch andere Fähigkeiten wie Sprechen, Erzählen und Zuhören werden gefördert und auch gefordert. Diese Fähigkeiten und Fertigkeiten werden in Klasse 2 weiter vertieft und um die Bereiche „Sprache untersuchen“ und „Rechtschreibung“ erweitert.
Dabei setzen sich die Kinder bewusst mit der Sprache auseinander, um den richtigen Sprachgebrauch in kleinen Schritten zu erlernen. Im Bereich „Rechtschreibung“ lernen die Kinder Rechtschreibstrategien kennen und anzuwenden, die ihnen helfen, Wörter und Texte richtig zu schreiben.

Einen großen Stellenwert im Deutschanfangsunterricht hat natürlich der Leselernprozess. Die Kinder haben in der Regel eine große Lesemotivation und schon mit wenigen bekannten und erlernten Buchstaben lässt sich bald das erste sinnvolle Wort erlesen.
Das Lesen lernen geschieht bei jedem Kind nach seinem individuellen Tempo. Dabei sprechen die Kinder die Laute einzeln und schreiben sie mit dem entsprechenden Buchstaben auf. Anschließend erlesen sie wieder, was sie geschrieben haben. Sobald sie mehrere Buchstaben kennen, lesen sie die Buchstaben verbunden als Wort. Wir sprechen bei diesem Prozess des Lesenlernens vom „Zusammenschleifen“ der Buchstaben. Die Buchstaben werden nicht isoliert, sondern als Ganzes gesprochen. Nicht: B--A--L, sondern BAL.
„Wir lassen beim Sprechen der Buchstaben den Motor an!“

Dieser Leselernprozess ist sehr individuell und unterscheidet sich von Kind zu Kind. Im Vordergrund steht hierbei die Freude am Lesen. Daher wird dem Lesen im Unterricht viel Raum gegeben. Wir arbeiten mit einem Lesepass, der die Kinder zum Lesen anregen soll.
Symbole und Rituale im Anfangsunterricht strukturieren den Schulvormittag und helfen den Kindern, sich in der Schule bald zurechtzufinden und damit Sicherheit zu gewinnen.

 

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